Europa rettet den Planeten. Nach den Verschlüssen sind nun die Blumentöpfe an der Reihe

Der diesjährige außergewöhnlich strenge Winter in Europa kann kein Zufall sein. Das Internet hat schnell einen Schuldigen – oder besser gesagt einen Helden – gefunden. Plastikverschlüsse an Flaschen. Seit die Europäische Union uns aufgefordert hat, sie nicht zu verlieren, ist der Frost zurückgekehrt, es hat geschneit und die Gletscher… nun ja, sie sind vorerst dort geblieben, wo sie waren. Ein unbestreitbarer Erfolg.

Ermutigt durch diesen Durchbruch will Brüssel sich jedoch nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die Menschheit hat lange auf diesen Moment gewartet. Hier ist der nächste große Schritt zur Rettung des Planeten: Die Europäische Union sagt entschieden „Nein” zu Plastiktöpfen.

Jahrelang haben uns Plastikbehälter beim Kauf von Blumen und Pflanzen treu begleitet – leicht, billig, wasserfest, ideal für den Transport und das Gießen. All dies war jedoch, wie sich herausstellt, nur eine clevere Falle der Konsumgesellschaft. Jetzt sollen sie aus den Regalen von Gärtnereien, Supermärkten und Baumärkten in der gesamten EU verschwinden.

Der Kampf geht weiter!

Dies ist natürlich Teil der großen Strategie des Europäischen Grünen Deals. Nach Plastiktüten und Strohhalmen sind nun die Blumentöpfe an der Reihe – eine weitere Bastion, die im Kampf gegen Einwegplastik erobert werden muss. Bis 2030 sollen nicht nur diese, sondern auch andere Produkte verschwinden, die seit Jahren das tägliche Leben erleichtern und gleichzeitig „Millionen Tonnen schwer zu recycelnder Abfälle” verursachen.

Blumen werden natürlich nicht verschwinden. Verschwinden wird jedoch die Einfachheit. Die Gartenbranche sucht bereits fieberhaft nach Alternativen: industriell kompostierbare Blumentöpfe, Biokunststoff, Karton. Letzterer hat einen kleinen Nachteil – er mag kein Wasser, also genau das, was Pflanzen lieben. Ton und Terrakotta sind umweltfreundlich, aber schwer und zerbrechlich, was teureren Transport und mehr Verluste bedeutet. Details, um die sich – wie man sich denken kann – bereits die Hersteller und Kunden kümmern werden.

Wird es noch kälter?

Die neuen Vorschriften sehen die schrittweise Abschaffung von Plastiktöpfen bis 2030 vor. Der Frühling 2026 könnte eine der letzten Jahreszeiten sein, in denen man beim Kauf einer Geranie nicht darüber nachdenken muss, ob der Topf den Weg nach Hause überstehen wird.

Für die Kunden bedeutet dies wahrscheinlich höhere Preise für Pflanzen und mehr Experimente mit „ökologischen” Verpackungen. Für die Umwelt – potenziell weniger Plastik. Und für die Europäische Union ein weiterer Beweis dafür, dass, wenn Verschlüsse den Winter retten konnten, Blumentöpfe die Welt retten können.

Die ganze Menschheit wartet gespannt auf die Ergebnisse. Aber drohen uns in den nächsten Jahren nicht noch strengere Fröste…?